Es ist zwar schon etwas länger her – um genau zu sein 4 Monate – aber ich möchte euch dennoch von meinem ersten Ausflug zur Bastei Rathen in der Sächsischen Schweiz berichten. Genau genommen, war es mein zweiter Besuch, denn ich war vor 10 Jahren schon einmal dort – aber sagen wir, es war mein erster Ausflug als Wahl-Dresdnerin.

Obwohl Samstag war, haben wir den Wecker gestellt und sind mit dem Frühstück im Gepäck direkt los Richtung Elbsandsteingebirge aufgebrochen. Die Sonne ging gerade über den Hügeln auf, als wir die Landstraße entlang fuhren, und ich bekam beinahe Urlaubsgefühle bei diesem schönen Anblick.

Wir haben unser Auto auf dem der Bastei am nähesten befindlichen Parkplatz abgestellt und sind losgestiefelt. Es war Mitte Oktober und dadurch, dass die Sonne gerade erst über den Horizont gekrochen war, noch ziemlich frisch.

Die ersten Sonnenstrahlen

Statt direkt zur Bastei zu laufen, sind wir hinter dem Parkplatz abgebogen und dem Wegweiser zu den „Schwedenlöchern“ gefolgt (die genaue Route findet ihr wie immer unten). Es war noch kaum jemand unterwegs und noch wunderbar ruhig im Wald. Es roch auch so schön nach nassem Laub und frischer Erde – kennt ihr das?

Nach gar nicht langer Zeit kamen wir an einen Aussichtspunkt, auf dem sich schon vier Hobby-Fotografen in voller Montur, mehreren Kameras und einer Auswahl an Stativen positioniert hatten und wahrscheinlich seit Sonnenaufgang fleißig nach dem besten Motiv suchten. Wirft man einen Blick in die Ferne, ist allerdings auch schnell klar, wieso sie sich hier auf der kleinen Felsspitze um den besten Platz bemühten: der Blick reichte über ein bewaldetes Tal zwischen den Felsen hinein in die Sandsteinwelt und die kürzlich aufgegangene Sonne hatte es noch nicht geschafft, den Morgennebel endgültig zu vertreiben. Es war atemberaubend!

Nachdem wir uns sattgesehen hatten, ging es weiter Richtung Schwedenlöcher. Je weiter wir ins Tal abstiegen, umso kühler wurde es natürlich. Die Sonne stand noch zu tief, um zwischen den hohen Felsen hindurch zu gelangen.

Wir kletterten über Felsen, krochen durch Spalten und bahnten uns so nach und nach einen Weg durch die Steine. Überall am Wegesrand wuchsen Moos und Sträucher und auf allem lag noch glänzend der Morgentau. Es war tatsächlich so wild-romantisch wie es klingt.

Morgentau in den Schwedenlöchern

Der Weg führte uns irgendwann zu einer kleinen Brücke, über einen Fluss und an diesem entlang durch den Amselgrund. Dort wanderten wir vorbei am Amselsee und trafen dort erstmals auf andere Wanderer, die uns entgegen kamen. Das Wasser des Sees glitzerte grün und im Zusammenspiel mit dem bunten Herbstlaub der umstehenden Bäume, ergab es das reine Farbenspiel der Natur.

Wir ließen den Amselsee hinter uns erreichten den Kurort Rathen. Anstatt direkt Richtung Bastei abzubiegen, machten wir einen kleinen Abstecher durch den Ort und zur Elbe, um dort – eigentlich – eine Pause einzulegen und endlich zu frühstücken.

Als wir an der Elbe ankamen, war es ungefähr 10 Uhr und wir ließen uns auf eine der Holzbänke am Ufer fallen. Ich wollte gerade den Kaffee aus dem Rucksack holen, als wir die auf uns zu schippernde Fähre entdeckten, die Wanderer von der einen Elbseite zur anderen brachte. Und nicht nur ein paar Wanderer – nein, hunderte! Tausende! Es machte den Anschein, als wäre jeder Quadratzentimeter der Fähre gefüllt und halb Sachsen wäre auf dem Weg zur Bastei.

Geschockt setzten wir die Rucksäcke wieder auf und machten uns so schnell es ging wieder auf den Weg zurück durch Rathen und hoch auf den Wanderweg zur Bastei. Wir hatten nicht vor in einer Masse aus Menschen den Weg zu bewältigen. Dadurch angespornt stiefelten wir die Stufen hoch bis uns die Puste ausging und wir einen Blick über die Schulter wagten. Zwischen uns und die Menschenmenge hatten wir genügend Abstand gebracht, sodass wir vorerst in Ruhe weiterwandern konnten.

Wir erreichten einen Aussichtspunkt nach dem anderen und jedes Mal war der Ausblick lohnenswert. Wir schauten auf die Elbe und über die Hügel und nahmen uns dort dann auch die Zeit ein wenig zu frühstücken. Wer macht das nicht gerne bei so einem Ausblick?!Elbblick

Kurz bevor wir die Bastei erreichen sollten, entschieden wir uns gegen ein winziges Entgeld die Felsenburg Rathen anzuschauen. Und das hat sich gelohnt! Wir liefen an den alten Mauern der Burg entlang und konnten von dort aus einen tollen Blick auf die Bastei genießen. Wir bestaunten die alten Kanonenkugeln und die ursprünglichen Grundrisse der Burg (wie kalt es in den Räumen damals gewesen sein muss!), ließen noch einmal den Blick über die Weiten der Sächsischen Schweiz gleiten und gerieten dann… in eine Reisegruppe! Das war vielleicht eine Freude…! Die engen Wege, Leitern und Eisentreppen auf der Felsenburg machten es unmöglich, die Reisegruppe zu überholen und auch der Versuch, uns dem Schicksal zu fügen und ihnen einfach zu folgen, war weniger spaßig, da der Reiseleiter nur Russisch sprach.

Nach zähen 15 Minuten im Gefolge der Reisegruppe konnten wir diese endlich überholen und setzten unseren Weg zur Bastei fort. Dort war es mittlerweile schon gut gefüllt, da die ersten Reisebusse auch hier schon eine ordentliche Anzahl an Touristen ausgeschüttet hatten. Trotzdem war der Anblick der Bastei toll und ich staune immer wieder über solche alten Gemäuer.

Nachdem wir die Bastei überquert und jeden möglichen Aussichtspunkt ausgekundschaftet hatten (und, ich für meinen Teil, aus jedem Winkel genügend Fotos geschossen hatte), machten wir es uns auf einem Felsvorsprung gemütlich und vernichteten den Rest unseres mitgebrachten Frühstücks.  Es war so schön, dort gemeinsam mitten in der Natur zu sitzen, die frische Luft zu atmen, sich die Oktobersonne auf die Haut strahlen zu lassen und dazu eine Tasse Kaffee zu trinken.

Perfekter könnte ein Samstag kaum sein.

* * *

Hier findet ihr die ganze Tour.

12 Kommentare zu „Stürmung der Bastei

  1. Das ist aber ein schöner Bericht, schön geschrieben! 🙂 Ich liebe die sächsische Schweiz, seit meiner Kindheit zieht es mich immer und immer wieder da hin – und ich habe noch lange nicht alles erblickt. 🙂 Liebste Grüße und danke für deinen Kommentar! Melli

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  2. Hallo, du Liebe,
    ich habe schon ein paar deiner Beiträge im WordPress-Reader gelesen. Mir gefallen die Bilder sehr gut und auch wie du schreibst. Da dachte ich mir, nominiere ich dich doch mal für den „Mystery Blogger Award“. Näheres findest du auf meinem Blog Aurorawillwandern.com oder auch im Reader. Bin gespannt, ob du mitmachst.
    Liebe Grüße
    Aurora

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