Es ist Mitte März und seit bestimmt fünf Tagen liegt hier nun wieder Schnee…! Als ich gestern losgestapft bin, konnte ich mir kaum vorstellen, dass ich letzte Woche noch nur in Sweahshirt in der Sonne auf dem Rauenstein saß. Aber gut, eine (hoffentlich) letzte Winterwanderung im Schnee hat ja auch ihren Reiz.

Schmilka

Also habe ich meinen freien Tag gestern genutzt und bin mit Handschuhen und Winterstiefeln in die Sächsische Schweiz gefahren. Der Himmel war blau und die Temperaturen lagen bei -4°C – frostig schön, würde ich es nennen. 😀

Meine Route begann in Schmilka, einem kleinen, wunderschönen Ort an der Elbe, kurz vor der Grenze zu Tschechien. Für mich besteht Schmilka eigentlich nur aus einer Straße, an die sich ein paar schöne alte Häuser reihen und der Mühlenbäckerei, die unglaublich leckeren Kuchen und tolles Brot backen – und ihr eigenes Bier brauen. Mein Weg führte mich also erst einmal in die Mühlenbäckerei, um zu fragen, wie lange ich heute hier Kuchen kaufen könnte, um auf dem Rückweg welchen für zu Hause mitzunehmen!

Dann ging es los. Durch Schmilka hindurch bis zum Ortsrand und dann rechts den Berg hoch in den Wald. Im Dorf war der Schnee schon weggeschmolzen, aber je tiefer ich in den Wald lief, umso mehr Schnee bedeckte die Wege. Ich musste aufpassen, um nicht auf den großen flachen Steinen auszurutschen und meine Wanderung durch einen Sturz zu beenden, bevor ich richtig gestartet war.

Die Sonne schien durch die Bäume hindurch, der Schnee knirschte unter meinen Füßen und ich spürte förmlich, wie die Ruhe des Waldes auf mich überging. Besonders wenn Schnee liegt, strahlt die Sächsische Schweiz etwas Ruhiges und Verzauberndes aus, finde ich.

 

 

Ich konnte wieder gut den Schildern folgen, die mir den Weg zu meinem ersten Ziel, dem Großen Winterberg, wiesen.  Auf dem sogenannten ‚Bergsteig‘ stiefelte ich über viele Stufen, über mal schmale Pfade, mal breite Wege, bei immer steiler werdendem Gefälle durch den Wald.

Irgendwann erreichte ich dann den Großen Winterberg, die zweithöchste Erhebung der Sächsischen Schweiz. Da ich das vorher gelesen hatte, waren meine Erwartungen an den Berg und die Aussicht entsprechend groß. Doch weit gefehlt…es gab keine Aussicht! Wie groß war meine Enttäuschung! Das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Da stapft man mindestens eine halbe Stunde durch den Wald und 1000 Treppenstufen hoch und wenn man dann oben angekommen ist, wird man nicht einmal durch eine tolle Aussicht belohnt – besonders, wenn es sich um den zweithöchsten Berg der Sächsischen Schweiz handelt…

Die Gaststätte, die dort einmal gewesen war, hatte geschlossen (und wird wohl auch seit letztem Jahr gar nicht mehr bewirtschaftet), somit war auch der Aussichtsturm nicht geöffnet, von dem aus man wohl einen tollen Rundumblick hätte genießen können. Hätte…! Das hat mich wirklich frustriert.

Also ging es ohne Pause weiter Richtung Kipphornaussicht. Ich musste wieder ein Stück zurück durch den Wald und dann wieder den Wegweisern folgen. Nach nur 10 Minuten erreichte ich den Abzweig zur Kipphornaussicht. Und dort wurde jede Enttäuschung über den Großen Winterberg vollends entschädigt.

Der Blick war unglaublich! Wirklich unglaublich. Ich stand in der Sächsischen Schweiz noch nie an einem Aussichtpunkt, von dem man einen so tollen, weiten Blick hat. Man kann von dort viele der Highlights des Elbsandsteingebirges sehen, den Lilienstein, die Schrammsteine, Königstein… und in die andere Richtung schaut man bis ins Erzgebirge – einfach toll!

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Dort habe ich eine Pause eingelegt und endlich meinen Kaffee getrunken, den ich extra noch heute früh in die Thermoskanne gefüllt hatte. Es war wirklich so schön dort, das könnt ihr euch nicht vorstellen! Diejenigen, die mir auf Instagram folgen, haben vielleicht das Rundum-Video in meiner Story gesehen und haben noch einen etwas besseren Eindruck von der Aussicht bekommen können. Obwohl weder Fotos noch Videos solche Momente wirklich einfangen können.

Irgendwann wurde mir kalt und es kamen immer wieder andere Wanderer am Aussichtspunkt an, also packte ich alles wieder ein und stiefelte weiter. Der folgende Abstieg war dann ziemlich unspannend. Es ging im Zickzack, einem breiten, gepflasterten Weg folgend, den Berg wieder hinunter bis zum Abzweig Richtung ‚Elbgrund‘. Da führte mich die Route noch einmal ein wenig durch den Wald und über schmalere, wildromantische Pfade bis ich an ein paar letzten Sandsteinen vorbei wieder in Schmilka ankam.

Ich muss ehrlicherweise sagen, dass man diese Wanderung nicht zu den spannensten Routen in der Sächsischen Schweiz zählen kann. Der Aufstieg über den Bergsteig war schön, aber es ging auch viel nur über breite Wege durch den Wald und bis auf die Kipphornaussicht gab es keine anderen Aussichtspunkte oder Highlights. Es ist also in meinen Augen eher eine ruhige und leichte Runde, die sich aber dadurch gut für Groß und Klein eignet.

Und durch den Schnee und die Sonne gestern, war es dennoch eine schöne Wanderung mit einem wirklich unvergesslichen Blick von der Kipphornaussicht.

Und Kuchen aus Schmilka gab es natürlich auch noch! 🙂

* * *

Hier habe ich wieder meine ganze Tour für euch gespeichert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5 Kommentare zu „Schneewanderung ab Schmilka

  1. Auch wenn du sagst, dass die Route nicht die spannendste ist, hat dein Beitrag Lust drauf gemacht 🙂
    Und Kuchen zieht ja auch irgendwie.

    Und : ein toller Blog … hab ihn gerade erst entdeckt …

    Liebe Grüße, Manja

    Gefällt mir

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