Schon als ich angefangen habe, mich mehr mit dem Wandern durch die Sächsische Schweiz zu beschäftigen, wollte ich unbedingt auch mal zur Idagrotte am Frienstein. Die große Kluft- und Schichtfugenhöhle, die man nur über einen schmalen Felsweg erreichen kann, wurde im Mittelalter wohl als Wohnraum verwendet und ich habe so viele tolle Bilder von dort gesehen, dass ich dachte: „Da muss ich auch hin!“

Planungsbüro Also habe ich mich vorgestern mal mit meiner Wanderkarte hingesetzt, um nach einer geeigneten Route zu suchen. Irgendwie mag ich schon das Planen einer Wanderung. Diesen ersten Schritt in Richtung neuer Abenteuer. Man schaut sich die verschiedenen Wanderwege an, sucht nach lohnenswerten Aussichtspunkten und stellt sich alles schon vor dem inneren Auge vor. Dabei wächst mit jeder Minute die Vorfreude auf die anstehende Tour.

Und gestern ging es dann endlich los. Diesmal bin ich nicht alleine losgezogen, sondern wurde von meiner besseren Hälfte begleitet – umso schöner, wenn man die Liebe zum Wandern teilen kann! 🙂 Eric und ich haben also unsere Sachen gepackt und sind mit dem Zug bis nach Schmilka in der Sächsischen Schweiz gefahren. (Am selben Ort begann auch meine letzte Route „Winterwanderung ab Schmilka„)

Wir durchquerten den Ort und folgten dem Wurzelweg in den Wald hinein. Die asphaltierte Straße führt an einem schmalen Flussbett entlang bis zu einer Wegkreuzung, von wo aus wir rechts in einen kleineren und verwunscheneren Pfad, den Lehnsteig,  abbogen. Da begrüßte uns dann endlich die gewohnte Stille des Waldes und es war schön, so nebeneinander durch die Natur zu stiefeln. Nach einigen Minuten wurde der Weg steiler und wir mussten einige Treppenstufen emporklimmen. Und wenn man im Elbsandsteingebirge von „eineigen Treppenstufen“ spricht, sind es meist 1000 und mehr!

Auf halber Höhe, als die Treppe ein Stück weiter links weitergehen sollte, entdeckte ich einen schmalen Pfad, der zwischen Bäumen und Sandsteinen hindurch etwas vom Hauptwanderweg wegführte. Neugierig wie ich bin, musste ich dem Weg ein Stück folgen und entdeckte durch Bäume und Gestrüpp hindurch eine Art Aussichtsplattform. Und was für eine!! Wäre ich die Kartographin der Wanderkarte gewesen, hätte ich diese Stelle auf jeden Fall gekennzeichnet! Ein paar Sandsteine bildeten so etwas wie ein Plateau und wir hatten von dort aus eine tolle Aussicht.

Nach unserer kurzen Pause an diesem zufällig entdeckten Aussichtspunkt, ging es weiter die letzten Stufen hoch und über ein paar Felsen, die man ein wenig erklettern musste, bis wir nach einem kurzen Stück oben auf den Sandsteinen den Reitsteig erreichten. Dort staunten wir erst einmal nicht schlecht über das plötzlich auftauchende tote Stück Fichtenwald. Eine riesige Lichtung, auf der sich kahle und umgestürzte, nahezu farblose Bäume aneinanderreihten. Auf einer Infotafel erfuhren wir, dass dieses Stück Wald vom Birkenkäfer befallen war und es als Beispiel für den gnadenlosen Lauf der Natur gesehen werden kann. Ein gruseliger, aber beeindruckender Anblick.

Vom Reitsteig aus sind wir den Wegweisern links, Richtung kleiner Winterberg gefolgt. Der Weg führte zwischen Bäumen hindurch und an Felsen am Rand eines Sandsteins entlang und immer wieder boten sich uns tolle Aussichten. Immer wieder tauchten Steinplateaus und Felsvorsprünge auf, von denen aus man eine wunderbar weite Sicht über die Sächsische Schweiz hatte.

Wir umrundeten den kleinen Winterberg und konnten von dort aus schon die Idagrotte von Weitem entdecken. Endlich waren wir da, ich war so gespannt! Wir folgten dem Wanderweg weiter bis riesige Felsen den Weg versperrten und wir an diesen vorbei, über diese hinüber und unter ihnen hindurch den Frienstein bis zur Idagrotte umrundetet hatten. Da erwartete uns dann der „berühmte“ schmale Felsweg, an dem es auf der linken Seite steil in die Tiefe ging. Der Pfad ist jedoch noch breit genug, um ihn sicher passieren zu können und auch Kinder meisterten die Stelle in Begleitung ihrer Eltern kurz nach uns. Wer große Höhenangst hat, kann sich auch an Eisengriffen an der Felsfand etwas zusätzlichen Halt verschaffen.

Dort angekommen, bestaunten wir die Idagrotte und vor allem auch den tollen Ausblick, den man von dort genießen konnte. Jede Aussicht und jede Felsformation im Elbsandsteingebirge ist anders und hat ihren eigenen Charme, finde ich. Der schmale Pfad am Felsrand, eine Felszunge, die ein Stück über den Abgrund ragt, riesige Sandsteine, die wie zusammengewürfelt daliegen und dabei eine so große Höhle schaffen, dass sie Menschen einmal Wohnraum und Rückzugsort bieten konnte. Wahnsinn!

Wir stärkten uns mit einem Smoothie (beziehungsweise nur ich, denn Eric fand Smoothie mit Gurke ekelhaft 😀 ) und dann ging es weiter. Obwohl es an den Ostertagen in der Sächsischen Schweiz von Menschen nur so wimmelt, war Gründonnerstag noch sehr entspannt. Wir begegneten zwar mehr Leuten als ich auf meinen letzten Touren getroffen hatte, aber man hatte dennoch das Gefühl in Ruhe und für sich wandern zu können.

Unsere Route führte uns von der Idagrotte aus wieder zurück zum Reitsteig und an ein paar letzten schönen Aussichtspunkten (die sich im Sommer sicherlich wunderbar für ein paar weitere Pausen in der Sonne eignen würden) bis zur Heiligen Stiege, über die wir wieder nach Schmilka gelangen sollten. Eisentreppen und Steinstufen führten uns zwischen den riesigen Sandsteinen wieder ins Tal und wie so oft war ich fasziniert, wie abwechslungsreich eine Wanderung durchs Elbsandsteingebirge ist. Klettern über Felsen und Leitern, Aussichtspunkte und Felsvorsprünge sowie wildromantische Pfade durch stille Wälder. Alles in einem. Was will man mehr?!

Nach einer halben Stunde erreichten wir den Wurzelweg, die kleine Straße auf der wir gekommen waren und somit kurz darauf auch Schmilka. Immer wieder stelle ich fest, was für ein schöner, kleiner und gemütlicher Ort Schmilka ist. Die kleinen, aneinandergeduckten Fachwerkhäuser, der schöne Mühlenhof und die riesigen Felsen und Bäume, die hinter dem Ort in die Höhe ragen. Da wir noch etwas Zeit hatten bis unsere Bahn Richtung Dresden abfahren würde, entschieden wir, noch einen Kaffee im Gasthof der Mühlenbäckerei zu trinken. Und so ließen wir diese schöne, abenteuerliche Wanderung gemütlich ausklingen.

Ich muss sagen, so eine Wanderung zu zweit, ist wirklich immer etwas Schönes und natürlich um einiges geselliger als alleine loszuziehen! 🙂

* * *

Die ganze Route gibt’s wie immer hier.

Tour zur Idagrotte

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s