Am Freitag war es mal wieder Zeit. Der Rucksack wurde gepackt, der obligatorische Smoothie kaltgestellt und der Wecker auf 04:00 Uhr programmiert… es war mal wieder Zeit für einen Sonnenaufgang im Elbsandsteingebirge.

Um 6:30 Uhr sollte die Sonne in Rathen aufgehen, also fuhr ich zusammen mit einer Freundin um 05:00 Uhr mit der Bahn in Dresden los, um rechtzeitig dort zu sein. Denn wir wollten in Wehlen starten und von dort bis zum Sonnenaufgang zur Bastei wandern.

2018-04-08-06-42-05-1.jpgAls wir um halb sechs in Wehlen ausstiegen und wir mit der Fähre auf die andere Seite übersetzten, war es noch stockfinster und die Elbe lag pechschwarz vor uns. Das erste Stück unserer Wanderung führte uns durch den schönen kleinen Ort, in dem jedes Haus noch schlief und kein Laut zu hören war. An der Hausnummer 23 mussten wir links in einen kleinen Pfad einbiegen, der uns den Berg hinauf, in den Wald und weg von Wehlen führte. Nach dem Licht der Straßenlaternen kam uns der Weg noch düsterer vor und wir mussten uns mit Taschenlampen (naja eher mit der Taschenlampen-App in unseren Handys) den Weg leuchten. Dort dachte ich das erste Mal an Wildschweine. Gerade im Frühjahr, wenn die Frischlinge kamen, waren Wildschweine ja besonders aggressiv und ich kleiner Schisshase sah uns natürlich beinahe schon mitten in einem Wildschweinangriff.

Der Weg war sehr schmal und von vielen Wurzeln überzogen – ein wirklich schöner Weg! Wir mussten ein paar Steintreppen erklimmen und konnten anschließend den ersten Ausblick über die Elbe und Wehlen genießen. Die Route ging weiter durch den Wald bis wir irgendwann den Steinernen Tisch und die dazugehörige Schänke erreichten – die nun natürlich noch verlassen im Halbdunkel lag. Im Sommer ist es sicherlich eine schöne Einkehrmöglichkeit! Wir bogen nach rechts ab und folgten weiter der Ausschilderung zur Bastei. Noch eine Viertelstunde bis wir dort ankommen sollten und nur noch zehn Minuten bis Sonnenaufgang.

Wir waren also etwas spät dran und entschieden uns spontan das letzte Stück zur Bastei zu rennen. Also sind wir tatsächlich mit unseren Rucksäcken lachend den Weg hoch gesprintet. Solche Momente sind doch wirklich nicht vorhersehbar und unbezahlbar! 😀

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Und wir schafften es noch rechtzeitig. Wir sind über die Bastei bis zur Felsenburg Rathen gelaufen, suchten uns ein schönes Fleckchen und packten schnell unsere Kameras aus, bevor die Sonne langsam über die Hügel gekrochen kam.

Nach und nach wurden die Felsen und Bäume in rötliches Licht getaucht, der leichte Nebel über den Hügeln lichtete sich und wir standen überwältigt dort nebeneinander und schauten dabei zu wie der Tag begann. Es war unglaublich schön. Die Sächsische Schweiz mit ihren wilden Felsen und der rauen Natur, ist einfach eine traumhafte Kulisse für jeden Sonnenaufgang.

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Nach einem kleinen Frühstück im Licht der frühen Sonne, packten wir unsere Sachen wieder ein und machten uns auf zur zweiten Hälfte unserer Wandertour.

Es ging den Weg von der Bastei zurück bis zum Steinernen Tisch, von wo aus wir dann statt links abzubiegen, dem „Fremdenweg“ weiter geradeaus folgten. Wir wanderten zwischen den riesigen Bäumen hindurch, zwischen denen das Sonnenlicht immer stärker hindurchfiel und den Waldboden erhellte.

Nach und nach stiegen wir ab in den Höllengrund, wo sich der Weg zunehmen zwischen riesigen Sandsteinen hindurch schlängelte. Hier war die Luft noch kalt und feucht und  die Sonne stand noch nicht hoch genug, um etwas Licht oder Wärme in das Tal zu bringen. Wir wanderten weiter in den Zscherregrund bis in den Uttewalder Grund, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Um diese Uhrzeit hatten wir die Wanderpfade dort tatsächlich ganz für uns allein. Wir passierten das Uttewalder Felsentor, bis wir rechts aus dem kühlen Felsental hinaus, wieder in den sonnigen Wald wanderten.

Es war eine wirklich schöne und entspannte Runde mit einigen Auf- und Abstiegen, aber auch viel Natur und tollen Felsformationen zu bestaunen.

 

Wir durchquerten den Wehlener Grund und erreichten dann gegen kurz nach elf Uhr wieder den Ort Wehlen. Die Sonne stand nun höher und der Ort war zum Leben erwacht. Auf einer Bank an der Elbe ließen wir uns für einen Moment die Sonne auf die Nasen scheinen, bevor es mit dem nächsten Zug zurück nach Dresden ging, wo der Tag begann.

*  *  *

Hier findet ihr unsere morgendliche Route.

Sonnenaufgang ab Wehlen

Start- und Endpunkt: Stadt Wehlen  ///  Strecke: 14 km  ///  Zeit: ca. 4,5 h (ohne Pause beim Sonnenaufgang)

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