Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, Wind weht einem um die Nase, weit unter einem zerschellen die Wellen an den schroffen Felsen und der Blick schweift von einem kleinen italienischen Dorf an der Felskante über das weite, türkisblaue Meer. Ungefähr so muss man sich den Ausblick bei einer Wanderung an den Cinque Terre in Italien vorstellen.

Ich bin mehr durch Zufall auf diese Gegend gestoßen. Vor unserem Urlaub haben wir uns die Orte, an denen wir sein würden, und deren Umgebung angeschaut und überlegt, was wir wo machen könnten und sehen wollen. Bei einem Telefonat mit meinem Vater, stieß dieser dann im Internet auf einen Tipp für die Gegend „Cinque Terre“ und daraufhin durchforstete ich Seiten, Blogeinträge und Reiseberichte bis fest stand „Da müssen wir hin!“

Die Cinque Terre sind fünf kleine Dörfer direkt an der Küste Italiens, die durch schmale Wanderwege im Fels miteinander verbunden sind. Theoretisch kann man somit von einem Dorf zum anderen laufen (ca. 12km von Riomaggiore bis Monterosso al Mare), allerdings sind aktuell die Streckenabschnitte von Riomaggiore bis Corniglia aufgrund von Überschwemmungen geschlossen. Wir wollten also wenigstens die anderen Dörfer abklappern und den verbleibenden Wanderweg von rund 9km laufen.

Gesagt, getan. Im Vorfeld suchte ich die Zuglinie ab La Spezia (da wir dort am Hafen anlegen würden) sowie die Wanderroute raus und dann konnte es losgehen (die genaue Route findet ihr wie immer am Ende des Beitrags).

Als wir am Bahnhof in La Spezia ankamen, mussten wir leider feststellen, dass wir nicht die Einzigen mit dieser Idee gewesen waren. Gefühlt eine Million Menschen wollte an diesem Tag ein Zugticket zu den Cinque Terre (oder anderen Reisezielen) kaufen und die Schlange am Ticketschalter war dementsprechend lang. Der Geheimtipp? Der Tabackladen direkt am Bahnhof, wo fast niemand wartete. Dort wurden zwar keine Spezial-Karten verkauft (wie z.B. die Cinque Terre Card, mit der man so viel zwischen den fünf Dörfern hin und herfahren konnte wie man wollte), aber dort konnten normale Streckentickets erstanden werden und da wir ja sowieso von Dorf zu Dorf wandern und nicht fahren wollten, kauften wir dort unsere Tickets bis Corniglia.

Die Fahrt mit dem Zug dauerte nur eine knappe Viertelstunde und schon währenddessen konnte man immer mal wieder einen Blick auf die schroffe Küste und die schäumenden Wellen erhaschen. In Corniglia angekommen, erwartete uns direkt zu Beginn ein relativ steiler Weg bis hinauf in den Dorfkern. Alte, schmale Häuser reihten sich dort aneinander und ließen nur immer mal Platz für einen kleinen Hof voller Terracotta-Töpfe oder für kleine wilde Gärten. Wir durchquerten den Ort und folgten dem Wanderweg in Richtung Vernazza. Der Weg führte uns an Weinbergen entlang, über einen kleinen Fluss und hinauf auf den nächsten Felsen.

Immer wieder boten sich uns überwältigende Ausblicke über die Felsküste und das Meer und ich konnte nicht aufhören zu staunen (und 5 Milliarden Fotos zu machen). Traumhaft!

Die Wege waren schmal und steinig und führten uns mal durch grüne Wälder und Weinberge und mal direkt an der Steilküste entlang.

Wir erreichten Venazza und konnten auch dort oberhalb des Ortkerns einen tollen Blick genießen. Wirklich wahnsinnig schön! Diese Orte, die wie in den Fels hineingewachsen wirken. Die sich eng an eng über die Brandung ducken und jedem Wind zu trotzen scheinen. Dörfer zwischen Felsen, Wellen und Weinreben, in denen die Welt noch in Ordnung zu sein scheint.

Auf dem letzten Abschnitt des Wanderweges, das Stück zwischen Venazza und Monterosso, wurde es zunehmend voller und immer wieder mussten wir halten und entgegenkommende Wanderer auf besonders schmalen Wegabschnitten abwarten. Das war etwas nervig, aber ich hatte schon vorab gelesen, dass diese Strecke häufig sehr überlaufen sein konnte.

Nach rund dreieinhalb Stunden erreichten wir dann Monterosso. Durch das viele hinauf und hinunter – und auch durch die teilweise vollen Streckenabschnitte – benötigt man für die Strecke doch länger als gedacht! Wir setzen uns an den Strand und ruhten uns einen Moment aus, bevor es wieder in den Zug und zurück nach La Spezia ging.

Es war eine wirklich tolle Wanderung, traumhafte Landschaft und atemberaubende Ausblicke. Wer mal in der Nähe ist, sollte unbedingt eine Tour dort einplanen!

* * *

Hier gibt’s wie immer die ganze Route.

4 Kommentare zu „Wandern an der italienischen Küste

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