Verwunschene kleine Wege entlang an einem zwischen Felsen, Farnen und alten Bäumen hindurch strömenden Flusses. Steile Felswände, die über einem empor ragen, während man lautlos mit einem kleinen Boot über das Wasser gleitet. Das kommt mir in den Sinn, wenn ich an die Edmundsklamm denke.

Die schmale Felsenschlucht in der Nähe von Hrensko im Böhmischen Teil des Elbsandsteingebirges wird wohl schon seit der Spätromantik vermehrt als Ausflugsziel genutzt und wurde in dieser Zeit, finanziell unterstützt durch Fürst Edmund, für Touristen erschlossen und ausgebaut – daher auch der Name „Edmundsklamm“. Die in den Fels gehauenen Wege und Tunnel führen einen durch die verwunschene Klamm immer an der Kamnitz, ein Nebenfluss der Elbe, entlang.

Heute möchte ich euch von einer wunderschönen Route berichten, auf die mein Freund Eric mich mitgenommen hat, und deren absolutes Highlight, in meinen Augen, die Edmundsklamm ist. (Die Route findet ihr dann wie immer am Ende des Beitrags)

Von Dresden aus haben wir dieses Mal das Auto genommen, um bequem bis auf die tschechische Seite des Elbsandsteingebirges zu gelangen. Das haben wir oberhalb von Hrensko in dem kleinen Ort Mezní Louka abgestellt (Hotelparkplatz Mezní Louka, kostet ein paar Euro für den ganzen Tag). Von dort aus ging es über die Hauptstraße hinweg in den Wald hinein, Richtung Prebischtor. Die Wege sind hier breit, sehr gut ausgebaut und immer wieder stößt man auf Informationstafeln, die über das Gelände oder Flora und Fauna informieren. Auch die Ausschilderungen sind zur Genüge vorhanden und man kann komplett ohne Karte wandern. Das Gebiet hier ist also sichtbar touristisch erschlossen. Einerseits sehr bequem, andererseits fehlt mir hier beinahe ein wenig das Abenteuer- und Entdeckergefühl 😉

Der Weg schlängelt sich dann mit mäßiger Steigung durch die Bäume und nach und nach tauchen immer mehr Sandsteine und Felswände auf. Man wandert eine ganze Weile die schattigen Wege entlang, kommt an tollen Felsformationen und Aussichten vorbei und bekommt auch immer wieder die Gelegenheit sich auf einer Bank oder großen Steinen etwas auszuruhen.

Nach einer Weile taucht dann der Abzweig zum Prebischtor auf – auch hier wieder gut ausgeschildert. Wir stiefelten den Weg, der sich im Zick-Zack den Felsen hochzieht, hinauf – leider nicht alleine, sondern in Begleitung einer zunehmenden Menge anderer Wanderer. Das Prebischtor gehört zu einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Böhmischen Schweiz, weshalb es hier häufig sehr überlaufen ist. Also gilt auch hier wie so oft: Je früher, desto besser.

Oben angekommen erwartet einen die größte natürliche Sandstein-Brücke in ihrer ganzen Pracht. Das Prebischtor ist nicht ohne Grund eines der herausragendsten Naturdenkmäler des Elbsandsteingebirges. Vom Prebischtor aus hat man wirklich einen tollen Blick über das Elbsandsteingebirge!

In dem 1826 errichtetet Wirtshaus kann man einkehren und bei Kaffee, Cola oder Bier den Blick auf das Tor genießen. Wir haben es uns allerdings einfach mit unserem mitgebrachten Proviant auf einem der Felsen am Wegesrand gemütlich gemacht.

Nachdem wir uns sattgesehen (und gegessen) hatten, ging es den Weg, den wir gekommen waren, wieder hinunter und anschließend in Richtung Hrensko. Die Wege wurden wieder breiter bis wir irgendwann die Straße erreichten, die uns bis in den Ort führen sollte. Das Stück an der Straße ist leider nicht so schön, lässt sich aber, meines Wissens, nicht vermeiden (wenn doch, gebt mir bitte Bescheid wie!).

Hrensko ist ein schöner, übersichtlicher Ort mit vielen Einkehr- und Rastmöglichkeiten. Für uns ging es allerdings direkt weiter, über die kleine Holzbrücke in der Mitte des Ortes hinweg und dem Weg am Flusslauf der Kamnitz entlang folgend hinein in die Felsenschlucht. Hier wird es mit jedem Meter grüner, wilder und verwunschener. Auf beiden Seiten ragen die Felswände empor und in ihrer Mitte fließt der Fluss, mal schäumend an Steinen und umgestürzten Baumstämmen vorbei, mal nur leise plätschernd und friedlich.

Die Wege hier sind wirklich toll. In den Fels gehauen führen sie um riesige Formationen herum, unter Felsvorsprüngen entlang und durch Höhlen hindurch.

Auf diese Weise durchwandert man die Edmundsklamm bis zu einer kleinen Schleuse, an der der Wanderweg endet. An dem dort befindlichen Kassenhäuschen erhält man für 3,50€ pro Person eine Fahrkarte für die kleinen Kähne, die einen weiter durch die Klamm bringen sollen. Bootfahren – genau mein Ding!

Nach einer kurzen Wartezeit ging es los und wir entfernten uns langsam mit dem Kahn von der Anlegestelle. Der Steuermann ließ uns sacht über das Wasser gleiten und im Anblick der verwunschenen Schlucht wurden alle Mitfahrenden ganz still. Links und rechts die riesigen Felsen, zwischen denen überall Bäume, Farne und Moose wuchsen und die Klamm in ein sattes Grün tauchten. Ich fühlte mich wie in eine andere Welt versetzt, fernab der Zivilisation, mitten in einem Tal voller Mystik und Magie. Unglaublich schön!

Wir erreichten eine weitere Anlegestelle, hinter der die Kamnitz wieder schmaler und flacher zwischen den Felsen hindurch floss. Erneut wanderten wir an den Felswänden entlang durch die Schlucht, an einer Gaststätte vorbei und weiter hinein ins Grüne.

Leider war die sich an die Edmundsklamm anschließende Wilde Klamm gesperrt, also waren wir gezwungen am entsprechenden Abzweig aus der Schlucht hinaus, in Richtung des Ortes Mezna abzubiegen. Der Anstieg hier ist steil und die Treppen scheinen kein Ende zu nehmen. Nach und nach führt einen der Weg dann aus dem kühlen Schatten der Schlucht hinaus, bis die Bäume lichter werden und man an ein paar Wiesen und Koppeln entlang den Rand des Ortes erreicht.

Dort liegt eine wunderbare Gaststätte mit Blick über das Tal, wo wir uns bei einem Radler ein wenig die Sonne ins Gesicht scheinen ließen und die Beine ausstrecken konnten.

Anschließend ging es das letzte Stück am Rande der Landstraße zurück zum Parkplatz in Mezní Louka. Sogar dieser Wegabschnitt war trotz Straße wirklich schön. Die Allee war rechts und links von Felder umgeben und so wenig befahren, dass man beinahe das Gefühl hatte, der einzige Mensch auf der Welt zu sein.

Als wir unser Auto erreichten, sanken wir erschöpft, aber mit strahlenden Augen in die Sitze und machten uns nach dieser aufregenden und absolut abwechslungsreichen Wanderung auf den Weg nach Hause.

* * *

Hier gibt’s wie immer die komplette Route.

4 Kommentare zu „Über atemberaubende Höhen und durch wilde Schluchten

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