„Wilkommen zurück“ an alle, die schon vorher dabei waren, und „Hallo“ an diejenigen die das erste Mal hier vorbeischauen! Nach Inkrafttreten der neuen Datenschutzverordnung und dem damit verbundenen ersten großen Schreck vor dem Unbekannten und diesen vielen vermeintlichen rechtlichen Stolpersteinen, habe ich mir Zeit genommen und an einer dementsprechend angepassten Version für meinen Blog gearbeitet. Nachdem ich viel gelesen und hier geändert habe, fühle ich mich nun mit all den Regularien und Richtlinien so weit „vertraut“, dass ich die Seite guten Gewissens wieder online stellen kann. (Hinweise und Insider-Tipps dazu sind jederzeit willkommen)

Hier bin ich also wieder! Ich und meine Elbsandsteingeschichten.

Passend zur „Neueröffnung“ möchte ich heute ein paar Eindrücke von einer meiner letzten Wanderungen mit euch teilen – von meiner neuen Lieblingsroute: von Schmilka zum Carolafelsen. Von einem der schönsten Orte im Elbtal bis zu einem der schönsten Aussichtspunkte des Elbsandsteingebirges – kann ja nur gut sein!

Das Wetter war noch immer so herrlich warm, also bin ich früh am Morgen, an einem Tag, an dem der morgendliche Himmel in vielversprechenden rosa-blauen Farben glühte, in den Zug gestiegen und in Richtung Elbsandsteingebirge gefahren. Den ersten Kaffee in der Thermoskanne und auch das Frühstück im Rucksack, stieg ich in Schmilka aus dem Zug, stiefelte zur Fähre und ließ mich von dieser beinahe geräuschlos über die Elbe bringen. Über dem Wasser hing noch ein leichter Nebel, der das Tal zwischen den Sandsteinen noch mystischer erscheinen ließ.

Es war kurz nach halb neun als ich zwischen den alten Fachwerkhäusern von Schmilka hindurch schlenderte, die noch angenehm ruhig und verlassen die Straße säumten. Ich durchquerte den Ort und tauchte in den Wald ein. Sofort umgab mich feuchte, kühle Luft und es roch nach Waldboden und Regentropfen. Trotz der Kühle stieg mir jedoch schon die Wärme des wartenden Tages in die Nase.

Der gepflasterte Weg führte mit leichtem Anstieg tiefer in den Wald. Beinahe wäre ich an dem Abzweig vorbeigelaufen, an dem meine Route beginnen sollte, so klein und unauffällig war Pfad zwischen den Sträuchern und Bäumen. Wurzeln überwucherten den erdigen Boden und ich musste grinsen. Für mich ist oft dieser erste Moment, dieses Ankommen im Wald oder in der Natur, besonders schön. Ich schaue mich um, atme tief ein und denke mir „Gut, dass du das gemacht hast! Gut, dass du dich aus dem Bett gequält hast – es hat sich gelohnt!“ und in mir steigt ein Gefühl der Entspannung und Ruhe auf. Tatsächlich einer meiner Lieblingsmomente beim Wandern.

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Der kleine Pfad schlängelte sich vor mir steil zwischen den Bäumen hindurch. Links und rechts knackt es im Unterholz und obwohl ich am lautesten eigentlich bloß meine eigenen Schritte höre, muss ich kurz die Gruselgedanken eines Großstadt-Schisshasens alleine im Wald wegschieben (mal sehen, vielleicht werde ich die irgendwann auch noch los). Der Weg führte bis zu einer breiteren Schotterstraße, der ich bis zum ersten Schild folgte. Hier zweigte rechts der Weg zu den Schrammsteinen und dem Carolafelsen ab, der mit gefühlten einer Milliarde Steinstufen auf mich wartete.

Seltsamerweise, obwohl ich nun schon einige Wanderungen gemacht habe und die Länge dieser Wege kenne, kann ich hier einfach nicht langsam gehen. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Stufen so schnell wie möglich hinter mich bringen möchte, um endlich oben die Aussicht genießen zu können. Auf jeden Fall teile ich mir meine Kräfte hier immer überhaupt gar nicht ein, eile die Stufen hoch, bis ich oben völlig außer Puste oben ankomme. Ich weiß nicht weshalb; ich kann einfach nicht anders!

Und dann kam ich tatsächlich irgendwann (schnaufend) oben an und folgte dem Gratweg ein Stück nach links. Da ich den Weg bereits von einer anderen Tour kannte, wusste ich, dass es sich beim Abzweig zum Carolafelsen lohnte, erst an diesem vorbei dem Weg weiter zu folgen, bis man nach wenigen Metern auf der linken Seite zu einer traumhaften Aussichtsstelle kam. Der kleine Pfad war gesäumt von kleinen Blaubeersträuchern, bis auf einmal der Blick auf eine Steinplattform freigegeben wird, von der aus man unendlich weit über die Sandsteine und das Elbtal schauen kann. Ich liebe diese Stelle im Elbsandsteingebirge.

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Der Rucksack landete auf dem Boden und ich genoss für einen Moment die Aussicht. Der zweite besondere Augenblick beim Wandern. Oben ging ein leichter Wind, die Sonne schien nun schon etwas stärker und ich fühlte mich für einen Herzschlag wie der einzige Mensch auf Erden. Es war so ruhig dort. Weit weg von der Stadt, vom Verkehr, von der Arbeit, der Uni und den alltäglichen Verpflichtungen. Zeit für den Kaffee in der Thermoskanne und Zeit für mein Käsebrot.

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Anschließend ging es den Weg durch die Blaubeeren wieder ein Stück zurück bis zu dem Abzweig Richtung Carolafelsen. Hier ging es eine ganze Weile einfach durch den Wald und zwischen den Felsen hindurch. Es roch nach Pinien und langsam spürte man die aufsteigende Wärme der stärker werdenden Sonne.

Ich begegnete den ersten Wanderern und schaute auf die Uhr. Kurz nach zehn. Jetzt würde es nach und nach voller werden. Samstags war man eigentlich nie allein.

Vorbei an einem weiteren schönen Felsplateau aus wie hingeworfen erscheinenden Felsbrocken war es einfach dem ausgeschilderten Weg weiter bis zum Carolafelsen zu folgen. Nach einem kurzen Abstieg ragte eine hohe Eisenleiter auf der linken Seite des Weges empor. Mittlerweile war es viertel vor elf und vor mir lief eine Familie mit zwei Kindern, hinter mir ein Ehepaar und entfernt hörte ich einen Hund bellen. Naja, ich hatte ja damit gerechnet, dass es voller werden würde.

Und dann erreichte ich den Aussichtspunkt. Durch das traumhafte Wetter konnte man unglaublich weit über das Meer aus Bäumen schauen und überall ragten zwischendurch die Sandsteinfelsen in den Himmel. Hier wollte ich vor der Thermoskanne zuerst die Kamera auspacken. Auch wenn das gar nicht so einfach war, weil es in Wirklichkeit eben doch alles noch toller und noch endloser erscheint, musste ich versuchen, diesen Ausblick einzufangen.

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Ausgeruht und gestärkt ging es anschließend zurück. Ich folgte dem Weg, den ich gekommen war zurück, bis zum Abzweig „Heilige Stiege“ und gelangte dann über nun zwölf Trilliarden Stufen wieder hinunter bis zum Elbleitenweg, der bis nach Schmilka führte.

Da die Sonne so schön schien und ich noch etwas Zeit hatte bis der Zug kam, gönnte ich mir ein Stück Gemüsekuchen von der dortigen (empfehlenswerten) Bio-Bäckerei. Die nackten Füße in der Elbe, den Kuchen im Bauch und die Sonne auf der Nase, hätte es mir gar nicht besser gehen können.

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