Manchmal braucht man eine kleine Auszeit. Eine Auszeit von der Arbeit, vom Uni-Stress, vom Mühlrad des Alltags. Und dann muss man einfach mal die Chance ergreifen, freie Tage nutzen und losfahren. Bevor doch noch etwas dazwischen kommt! Das haben wir letztes Wochenende gemacht.

Wir sind zwar nicht ganz spontan morgens einfach aufgebrochen sondern ich habe vorab eine Unterkunft gesucht und einen groben Plan gemacht, aber Eric wurde in diese Pläne nicht eingeweiht. Er wusste zwar, dass wir ein paar Tage wegfahren würden, kannte aber nicht das Ziel.

Wir haben uns also Freitagmorgen in unseren Mietwagen gesetzt und ich habe Eric navigiert bis klar war, wo wir hinfuhren: es ging ans Meer.

Genauer gesagt, ging es nach Warnemünde. Das Wetter war zwar grau und kalt, aber das war gar nicht so schlimm. Nachdem wir am Freitag am frühen Nachmittag an der Küste angekommen waren und unsere Rucksäcke im Hostel abgelegt hatten, haben wir uns dick eingepackt und sind einfach losspaziert. Wir sind am Alten Strom entlang gelaufen, haben das obligatorische Fischbrötchen gegessen (und uns erfolgreich gegen die ebenfalls daran interessierten Möwen durchgesetzt) und sind bis vorne zum kleinen Leuchtturm am Ende der Mole gelaufen, wo uns der Wind um die Ohren pfiff und die eisig-graue Ostsee in kleinen Wellen an die Mauer zu unseren Füßen schlug.

Mit von der Kälte geröteten Gesichtern kamen wir abends wieder im Hostel an und fühlten uns schon nach diesen wenigen Stunden beide in unserem Mini-Urlaub angekommen.

In Warnemünde haben wir im „Dock-Inn“ gewohnt. Das ist ein super nettes, stylisches und entspanntes Hostel ganz in der Nähe vom alten Strom, dessen Räumlichkeiten und Zimmer aus ausgebauten Containern bestand. Das war nicht nur originell, sondern verleihte den Räumen auch eine total coole und lässige Atmosphäre.

Da das Hostel eine große Küche bereitstellte, in der jeder sich etwas zubereiten durfte, haben wir uns im Supermarkt alle Zutaten für Nudeln mit Tomatensoße gekauft (der Klassiker) und haben uns unser Abenessen dort selber zubereitet. An der Bar nebenan konnte man sich noch ein Bier oder eine Cola dazu holen – also super entspannt!

Am nächsten Morgen, nach unserer ersten Nacht in einem ausgebauten Schiffscontainer, haben wir uns erst am Frühstücksbuffet gestärkt und sind dann wieder – eingemummelt in dicke Jacken, Schal und Mütze – in Richtung Strand losgestiefelt. Wir wollten eine kleine Strandwanderung zum Gespränsterwald, westlich von Warnemünde, machen.

Das Wetter war so grau, dass man mit bloßem Auge kaum ausmachen konnte, wo Meer und Himmel sich am Horizont trafen. Dieses Wetter erzeugte aber eine ganz besondere Stimmung und hatte seinen ganz eigenen Charme. Wir spazierten am Strand entlang, beobachteten die Möwen, bestaunten den vom Wind geformten Gespensterwald und konnten uns mal wieder ausgiebig über dies und das unterhalten. Im Alltag hat man doch manchmal wirklich zu wenig Zeit dafür und da sind solche Momente besonders schön.

Als wir nach unserer Wanderung durchgefroren wieder in Warnemünde ankamen, schlenderten wir durch die Straßen bis wir zu einem Glühweinstand direkt am Alten Strom kamen. Mit zwei dampfenden Tassen Glühwein saßen wir dann in Decken eingekuschelt dort auf der Bank und genossen diesen Moment des Nichts-Tuns.

Nach meinem Geschmack ist unsere Zeit am Meer viel zu schnell vergangen und nun haben Arbeit und Uni uns beide schon wieder fest im Griff. Aber die Entspannung und schönen Erinnerungen sollte man versuchen, sich noch einen Moment zu bewahren. Bis dann das nächste Mini-Abenteuer vor der Tür steht.

2 Kommentare zu „Mehr Meer!

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