Zwei Wochen Schottland, zehn Tage davon in den Highlands. Und wir wurden nicht enttäuscht. Schottland ist ein unglaublich schönes Land mit tollen Orten, beeindruckender Architektur und traumhaften Landschaften. Vier Lieblingsorte und unsere Erfahrungen von dort habe ich euch hier zusammengefasst.
Glenfinnan Viaduct
Das Glenfinnan Viaduct ist mittlerweile einer der Hotspots in Schottland und unter anderem bekannt aus den Harry Potter-Filmen oder aus dem Film „das doppelte Lottchen“.

Die Brücke, über die der berühmte Hogwarts Express (eigentlich der „Jacobite Steam Train“) fährt, wurde zwischen 1897 und 1898 von Robert McAlpine gebaut, der für diesen für damalige Verhältnisse revolutionären Bau sogar zum Ritter geschlagen worden ist. Direkt am Bahnhof Glenfinnan gibt es das Glenfinnan Station Museum mit Informationen zur Geschichte und Wissenswertem zum Viaduct.
Man kann mit dem Zug von Fort William nach Malaig fahren und auf diesem Weg das Viaduct selbst überqueren. Alternativ, so haben wir es gemacht, fährt man (mit dem Auto oder dem Bus) bis nach Glenfinnan und wandert ein Stück durch’s Grüne bis hin zum Viaduct, um den Zug von oben aus fahren zu sehen.
An dieser Stelle ist es wichtig zu sagen, dass der Ort aufgrund seiner Popularität auch von Reisebussen und insgesamt vielen Gästen besucht wird. Es gibt einen Parkplatz in Glenfinnan, der allerdings voll war, als wir dort ankamen. Wir sind bergaufwärts ein Stück weiter und aus dem Ort herausgefahren und haben dort in einer der verschiedenen Buchten am Straßenrand parken können. Nach 10 Minuten zusätzlichem Fußweg (zugegebener Maßen nicht besonders schön an der Straße entlang) haben wir dann auch den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht. Und – was für ein Glück – zufällig auch den Zug abgepasst!

Vorbei am Bahnhof ging es den Berg hinauf durch hüfthohe Farne und einen zugewucherten, wildromantischen Pfad entlang. Zwischendurch konnten wir immer wieder einen tollen Blick ins Tal und über den Loch Shiel genießen. Wunderwunderschön!

Die Wanderung bis zum Viaduct ist nicht schwer und dauert keine Stunde. Oben angekommen haben wir mit schönem Ausblick auf das Viaduct eine kleine Pause eingelegt. Da wir eher spät am Tag dort waren (und zu dieser Uhrzeit kein Zug oben über das Viaduct fahren sollte), war es oben nicht voll und wir hatten unsere Ruhe. Am plattgetretenen Gras und aufgewühlten Schlamm an einigen Stellen konnte man aber erkennen, wie viele Menschen hier vermutlich stehen, wenn der Zug vorbeifährt. Hier könnt ihr prüfen, wann das jeweils ist – oder wann eben nicht, wenn ihr es auch eher ruhiger mögt 😉
Von oben führt der Weg weiter unter dem Viaduct hindurch und bis zurück nach Glenfinnan. Ein wirklich schöner Rundwanderweg, der sich gut machen lässt.


Hier könnt ihr euch die Route bei komoot anschauen : Wanderung Glenfinnan Viaduct
Tipp: In Glenfinnan befindet sich die „Saint Mary & Saint Finnan Church“, die ebenfalls einen Besuch Wert ist!

Urquhart Castle am Loch Ness
Das Urquhart Castle wurde im Jahr 500 erbaut und durchgängig bis 1693 genutzt. Wild umkämpft wechselte der Besitz der Burg bis dahin zwischen Schotten, Engländern und verschiedenen schottischen Clans. Im 19. Jahrhundert wurde die Burg als Motiv für Kunstwerke entdeckt und 1912 ging Urquhart Castle in den staatlichen Schutz Schottlands über.
Die Burg liegt direkt am sagenumwobenen Loch Ness und bietet, wie ich finde, eine beeindruckende Kulisse!

Auch hier haben wir wieder nicht auf dem zahlungspflichtigen Parkplatz direkt am Schloss geparkt, sondern haben uns einen öffentlichen (kostenfreien) Parkplatz im nahegelegenen Ort „Kilmore“ gesucht (gegenüber vom Coop, bei der Great Glen Pharmacy), um noch ein Stück zu gehen und mehr von der Umgebung zu sehen. Vom Parkplatz aus sind wir circa eine halbe Stunde einen schönen Weg entlang der Felder bis hin zum Loch Ness und der Burg gelaufen.

Die Burg und das dazugehörige Museum haben wir letztes Jahr für 13 Pfund besucht und das hat sich auch gelohnt! In einem Rundkino haben wir zunächst mehr über die Geschichte der Burg erfahren, bevor wir anschließend das großzügige Gelände und die Ruinen erkunden konnten. Durchweg hat man einen tollen Blick auf den Loch Ness – besonders lohnenswert bei dem schönen Wetter, von dem wir überrascht wurden. Nessie haben wir allerdings nicht gesehen 😉


Direkt am Burggelände starten auch Bootstouren über den See, zu denen man sich am Museumseingang die nötigen Informationen holen kann.
Loch Cluanie
Der Loch Cluanie ist einer der vielen schönen Seen in den Highlands und lag nicht sehr weit von unserer Unterkunft entfernt. Mehrmals haben wir an einem der Viewpoints gehalten und die Aussicht genossen. Sicherlich hätte es auch eine Wanderung um den See herum gegeben.
Was aber nicht nur für die Route entlang des Loch Cluanie charakteristisch ist, sondern für die ganzen Highlands gilt, ist, dass man wirklich überall entlangfahren und staunen kann. Es lohnt sich auf dem Weg immer mal wieder an den Straßenbuchten zu halten und kurz auszusteigen, um diese wahnsinnige Natur richtig in sich aufsaugen zu können. Also, einfach mal losfahren, an schönen Ecken anhalten und genießen! 🙂


Old Man of Storr, Isle of Skye
Streng genommen liegt dieser Ort nicht mehr in den Highlands, sondern auf der Isle of Skye. Da diese aber direkt vor der Küste, unweit der schottischen Highlands liegt und mir einfach unglaublich gut gefallen hat, landet der „Old Man of Storr“ eben doch auf dieser Liste.
Der „Old Man of Storr“ ist eine Felsspitze am 719 hohem „Storr“, der höchste Punkt einer Abrutschkante, die aus einem Erdrutsch vor 15.000 Jahren entstanden ist. Die Landschaft diente ebenfalls schon als Filmkulisse, zum Beispiel für den Film „Snow White and the Huntsmann“.
Von unserer Unterkunft sind wir durch die Berge und Täler hindurch bis zur Skye Brigde im Westen des schottischen Festlands gefahren und von dort weiter auf die Isle of Skye. Allein die Fahrt ist so lohnenswert und hat uns durch die engen Schluchten und rauen Felsen kurzzeitig in die Szenerie der Herr der Ringe-Filme versetzt.


Man kann direkt am Fuße des Storr parken und die Route starten. Der Wanderweg ist sehr leicht zu finden und führt den Berg hinauf, einmal um die beeindruckenden Felsspitzen herum bis hinauf auf den höchsten (ohne Klettern zu erreichenden) Punkt mit diesem tollen Blick auf die Felsformation „Old Man of Storr“.

Die Wanderung soll sich bei gutem Wetter besonders zu Sonnenaufgang lohnen, kann aber auch gern mal überlaufen sein. Wir waren mitten am Tag unter der Woche dort und es war nicht besonders voll – am Wochenende oder bei Sonnenschein mag das anders aussehen!
Hier könnt ihr euch die Route bei komoot anschauen: Rundwanderung Old Man of Storr
…und ein Tipp on top: unsere schöne Unterkunft.
(keine Werbung / selbstbezahlt) Wir haben uns über booking.com eine wirklich schöne kleine Lodge gebucht, die mitten in den Highlands lag. Die Faebuie Cottages sind klein, aber sehr schön und wir hatten absolut alles, was wir brauchten. Der Ort Dalchreichart besteht aus vielleicht 10 Anwesen und wir hatten einen unverbauten, tollen Blick ins Grüne und die sanften Hügel der Highlands.
Die Kommunikation war super unproblematisch, wir waren die zehn Tage gefühlt für uns, aber als uns eine der kleinen Kaffeekannen zerbrochen ist, war das auch kein Problem und der Besitzer hat sich umgehend und sehr nett bei uns gemeldet.



Hier gelangt ihr direkt zur Unterkunft: Faebuie Cottages

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