Eine Familienrundreise
(Dieser Beitrag ist im Anschluss an eine Auftragsreise in Zusammenarbeit mit Tourisme Normandie entstanden.)
Eine Rundreise durch die Normandie mit Kleinkind klingt im ersten Moment vielleicht nicht wie die allerbeste Idee. Und doch wurde uns in dieser Woche bewiesen, dass die Normandie dafür genau das richtige Ziel ist. Wir wurden überall so herzlich empfangen, die Familienfreundlichkeit und Entspanntheit gegenüber kleinen Kinder war unglaublich und wir haben – alle drei – eine wirklich schöne Zeit verbracht. In diesem Beitrag erfahrt ihr mehr zu unserer Familien-Rundreise, mehr über unsere Ziele, Ausflüge, Restaurantempfehlungen und Herausforderungen während unserer Zeit in der Normandie.
Anreise und Transport unterwegs
Von Berlin aus hatten wir zwei Optionen, in die Normandie zu reisen: mit dem Zug oder mit dem Flugzeug. Wir sind bereits mit dem Zug nach Frankreich gereist und das hat wirklich absolut problemlus funktioniert und war eine schöne, entschleunigende Art zu Reisen. Mit einem Kleinkind von rund zwei Jahren waren für uns diesmal über 12 Stunden Zugfahrt bis Paris allerdings zu lang und wir entschieden uns für einen Direktflug von Berlin nach Paris.
Dort haben wir dann am Flughafen direkt einen Mietwagen über National Car Rental gemietet. Das hat von der Annahme inklusive ordentlichem und altersgemäßen Kindersitz bis zur Rückgabe super funktioniert und ermöglichte uns während unser Reise durch die Normandie maximale Flexibilität.
Tag 1-2: Aufwachen unter Bäumen
Unsere erste Unterkunft hat uns direkt umgehauen: die Youza Ecolodge.

Die Hütten liegen mitten in einem Waldstück im Westen (?) der Normandie und sind unglaublich schön! Besonders gefallen hat mir der Kamin in der Hütte, die riesigen Fenster an der Sitzecke sowie am Doppelbett und einem Hot Tube auf der Terrasse mit Blick in die Bäume. Die Hütten stehen mit so viel Abstand zu einander, dass man absolute Privatsphäre hat. Sowohl das Frühstück, als auch das Abendessen sowie eine super leckere Lunch-Platte wurden uns direkt in die Hütte geliefert. Wer mag, kann aber auch vorne im Haupthaus (auch eine richtig schöne und gemütlich eingerichtete Hütte) essen.

Ihr wisst, wir lieben es, Zeit in der Natur zu verbringen und naturnah zu reisen und haben den Blick in den Wald, die raschelnden Blätter der Bäume über uns und kleinen Tiere, die überall zu sehen waren, sehr genossen!






Wir haben die Unterkunft als kindersicher empfunden, mussten aber natürlich mit Kamin und Whirlpool aufpassen, wenn diese in Benutzung waren. Ansonsten passte die Hütte aber super auch mit Kleinkind und ein Beistellbett wäre bei Bedarf auch da gewesen.
Nachdem wir uns nach der Anreise ausreichend ausgeschlafen und ausgeruht hatten, haben wir am zweiten Tag ein paar E-Bikes bei der Youza Ecolodge ausgeliehen. Kindersitz und drei Helme gab es dazu und dann ging es los, ein wenig die Umgebung erkunden. Wir sind durch den Wald und über die Felder durch die umliegenden Dörfer geradelt und haben ordentlich frische Luft und Natur getankt.

Ausflugstipp: Ca. 25 Minuten Radfahrt entfernt, findet man das Schloss Château d‘Anet, das man besichtigen kann.
Tag 3: Filmreifer Stadtbummel und Besuch auf dem Bauernhof
Nach zwei Nächten haben wir uns schweren Herzens von unserer Ecolodge im Wald verabschiedet und sind weitergefahren. Für uns ging es zunächst nach Beuvron-en-Auge. Der kleine, malerische Ort gilt als eines der schönsten Dörfern der Normandie – und das nicht ohne Grund, muss ich nun sagen! Wir fühlten uns direkt wie in eine Filmkulisse versetzt – seht selbst:







Tipp für eine Einkehr zum Lunch: Die Creperie am Marktplatz hat eine riesige Auswahl verschiedener süßer und deftiger Crepes, die sehr zu empfehlen sind. Ein Hochstuhl sowie Papier und Stifte zum Malen wurde direkt für unsere Tochter an den Tisch gebracht, das war sehr zuvorkommend 🙂
Im Anschluss an unseren kleinen Stadtbummel durch Beuvron-en-Auge ging es für uns weiter zur Ferme d’Òuzey, einem normannischen Bauernhof mit Streichelzoo. Es wartetet kleine und große Ziegen, Schafe, Hühner, Schweine und unzählige weitere Tiere auf uns und für unsere Tochter war dieser Ausflug natürlich eins der Highlights der Reise! Die meisten der Tiere werden dort geboren und verbringen ihr ganzes Leben auf dem Hof und man merkt im Umgang mit den Tieren, wieviel Herz in dem ganzen steckt.
Übrigens kann man mit größeren Kindern sogar direkt auf dem Hof in Baumhäusern und Hütten übernachten.






Anschließend ging es für uns nach Clarbec zur Unterkunft für die nächste Nacht. Wieder eine wunderschöne kleine Holzhütte im Grünen: Fontaine aux Herbes.


Die Gastgeber Yann und Julia haben abgesehen von den drei Lodges eine Gewürz-Farm vor Ort, wo sie Kräuter und Gewürze pflanzen, pflegen, trocknen und regional zum Verkauf anbieten. Wir wurden sehr herzlich empfangen und uns wurde sogar eine kleine Führung über die Farm gegeben, das war wirklich toll! In der Hütte erwartete und ein vollgefüllter Korb mit frischen Lebensmitteln für das Abendbrot sowie ihr absolut tolles Gewürzsalz!







Tag 4: Natur pur
Weiter ging es für uns zum Regionalen Naturpark Marais du Cotentin et du Bessin. Dort wartete schon ein kleines Boot inklusive Lunch-Platte auf uns und es ging einmal durch das Marschland des Naturparks. Wir haben Tiere beobachtet, erfuhren viel über die Region und die Natur hier und konnten bei schönstem Wetter die Aussicht genießen. Auch für unsere kleine Tochter war die Bootsfahrt von 1,5h genau richtig.


(Eine solche Bootsfahrt könnt ihr hier buchen)
Am Nachmittag wollten wir uns noch etwas die Beine vertreten und haben noch einen Abstecher zum Küsten- und Sumpfgebiet Réserve nationale du Domaine de Beauguillot gemacht. Dort wurden wir von Quentin, einem Mitarbeiter des Nationalparks, empfangen, der uns mit seinem geschulten Auge und Fernglas viele Tiere zeigte und super spannende Dinge über die Natur erzählte. Man darf hier natürlich auch alleine einfach ein wenig entlang der Wege spazieren gehen, jeder kann aber auch ganz einfach über eine Kontaktaufnahme mit dem Réserve nationale du Domaine de Beauguillot so eine kleine Führung kostenfrei buchen. Ein super Geheimtipp, wie ich finde!



Unsere nicht weit entfernte Unterkunft für diese Nacht: Le Manoir de Piereville. Die Gastgeber dieses wunderschönen alten Chateaux wohnen mit ihrer Familie vor Ort und waren ebenfalls sehr herzlich und gastfreundlich. Es hat uns an nichts gefehlt und im Anschluss an unser fabelhaftes Frühstück am nächsten Morgen, durfte unsere Tochter mit dem Hausherren sogar noch die Hühner füttern gehen.




Tipp für’s Abendessen: Auberge le John Steele in Sainte-mère-l’église. Feine Küche und trotzdem sehr familienfreundlich und entspannt. Wie viele Restaurants in Frankreich öffnet es aber erst um 19 Uhr. Das ist manchmal gut, im Vorfeld zu wissen, damit man entsprechend planen kann, wenn man mit Kindern unterwegs ist 🙂
Tag 5: Ein Blick zurück in die Geschichte und eine Wanderung hoch hinaus
Am Vormittag unseres fünften Tages in der Normandie haben wir uns Sainte-mère-l’église in der Nähe vom Utah Beach angeschaut. Der Ort ist berühmt, weil sich am 6. Juni 1944 am Kirchturm von Sainte-Mère-Église der Soldat John Steele während des Zweiten Weltkrieges mit seinem Fallschirm verfing. Das Airborne Museum erzählt eindrucksvoll von den Fallschirmspringern des D-Days 1944 und ist auch mit (etwas größeren) Kindern ein tolles Ausflugsziel. Hier wird nicht nur trocken die Geschichte ausgestellt, sondern durch beeindruckende Installationen, Lichteffekte und Modelle ein Gefühl für die damalige Zeit vermittelt.



Tipp für eine Einkehr zum Lunch (sicher auch abends toll!): Auberge de l’Ouve. Hier wurden wir von einer Fusionsküche aus asiatischem und französischem Essen absolut überzeugt und haben während unserer Reise hier wirklich am besten gegessen. Große Empfehlung!
Nicht weit von Sainte-mère-l’église haben wir dann noch eine kleine Auszeit im Grünen eingelegt. Der Circuit du Mont de Castre ist Teil einer Gebirgskette, die westlich des Regionalen Naturparks der Marais du Cotentin und Bessin liegt. Der Rundwanderweg über den Mont Castre ist ungefähr 3km lang und man trägt am besten festes Schuhwerk (vor allem wenn schlechtes Wetter sein sollte). Mit Kindern kann man die Wanderung gut machen, für kleinere Kinder hat man am besten eine Kraxe oder eine Trage dabei. Wir sind mit dem Buggy los und das war nicht immer ganz einfach 😉 Aber unsere Tochter hat geschlafen, so lange bis wir einmal herum gewandert waren und eine kleine Pause am Wasser gemacht haben. Die Aussicht war wirklich postkartenreif!

Unsere vorletzte Unterkunft für diese Reise lag in St-Germain-sur-Ay. Die Ferienwohnung le n10 de Salnel ist super geschmackvoll eingerichtet, mit Kamin und Leseecke wirklich gemütlich und durch die vollausgestattete Küche konnten wir abends einfach mal etwas leckeres kochen und es uns gemütlich machen. Veronique hat uns super nett empfangen und – es war Ostermontag- sogar im Garten, der zur Unterkunft gehörte, überall kleine bunte Ostereier für unsere Tochter versteckt. Eine große Empfehlung, auch für längere Aufenthalte!




Tag 6: Mehr Meer
Am nächsten Tag haben wir die Nähe der Unterkunft zum Meer genutzt und eine kleine Wanderung unternommen. Direkt am Strand in St-Germain-sur-Ay beginnen die schönsten Dünen, durch die ein Wanderweg entlang der Küste und zurück führt. Richtig schön dort!





Hier findet ihr eine sehr schöne Wanderroute ab St-Germain-sur-Ay.
Tipp für die Einkehr zum Lunch (oder auch zum Abendessen, ab 18 Uhr): La Bohème in St-Germain-sur-Ay. Sehr nett und gemütlich und unsere Tochter war hier ebenfalls wieder sehr willkommen und wurde mit Malbuch und Stiften ausgestattet.
Nachmittags sind wir noch einmal ein wenig in die Geschichte der Region eingetaucht und haben das Chateau de Pirou besichtigt. Es gab sogar einen Infobogen/Führung auf Deutsch 🙂 Hier waren viele Familien mit Kindern unterwegs, haben die alten Gemäuer erkundet und sich in die damalige Zeit zurückversetzt.




Tag 7: Zum Schluss wird es nochmal wild!
Bevor wir weiterfuhren, ging es noch einmal für einen Abstecher ans Meer. Die Ferienwohnung liegt so schön nah an der Küste, das musste einfach sein! Ein kleines Gefühl von Freiheit, salzige Luft und Wind im Haar, bevor es für uns langsam wieder in Richtung Ausgangspunkt unserer Reise und zurück ins Landesinnere der Normandie ging.

Dort erwartete uns noch ein letztes Highlight: eine Nacht im Safari-Park. Der Parc Zoologique de Cerza umfasst abgsehen von den vielen weitläufigen Gehegen für verschiedenste Tiere, auch eine Reihe verschiedener Hütten, in denen man übernachten kann.



Wir haben natürlich direkt nach unserer Ankunft mit unserer Tochter den Zoo ausgiebig erkundet, den Affen gewunken, Baby-Ziegen gestreichelt und den Ottern beim Baden zugeschaut. Auch zum Abendessen im Park-Restaurant führte uns der Weg vorbei an Kamelen, Nashöhrnern und immer wieder kreuzten kleine freilaufende Tiere unseren Weg. Ihr könnt euch vorstellen, was für ein Highlight das für unsere Kleine war!





Und das nicht nur für sie. Am nächsten Morgen in der Holzhütte aufzuwachen und direkt die grasenden Tiere vor der Tür zu haben, war wirklich ein besonderes Erlebnis.


Dann hieß es für uns: Au revoir, Normandie – à bientôt!
Insgesamt hatten wir eine unglaublich aufregende, eindrucksvolle und schöne Zeit in der Normandie und wurden immer wieder von der Gastfreundlichkeit und Offenheit gegenüber Familien und Kindern überrascht. Alle Unterkünfte kann und möchte ich von Herzen empfehlen und würde mich freuen, wenn die lieben Gastgeber:innen auch euch einmal beherbergen dürfen!


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